Deutsche Senioren-Einzelmeisterschaft 2006

22. –30. Juli 2006 in Dresden

Ein Bericht von Ferdinand Niebling

 

Zum zweiten Mal nach 2001 fand die Deutsche Senioren-Einzelmeisterschaft in Dresden statt. Die Anziehungs-
kraft dieser schönen Stadt ist ungebrochen, und so fanden sich 396 Schachfreunde – darunter 33 aus Hessen –
dort ein, um von 22. bis 30. Juli um den Titel zu kämpfen. Teilnehmen durften auch die ausländischen Spieler,
die in einem Deutschen Verein gemeldet sind, den Titel konnte jedoch nur ein Spieler mit Deutscher Staats-
bürgerschaft erringen.

Das fantastisch arbeitende Dresdner Organisationsteam hatte wieder ein anspruchsvolles Rahmenprogramm angeboten, das besonders den zahlreichen Begleitpersonen beste Unterhaltung garantierte. Auch Kunst und Kultur hatten einen hohen Stellenwert. Auszugsweise seien nur das geistliche Sonntagskonzert in der Frauen-
kirche, eine Busfahrt in die Böhmische Schweiz (Tschechien) mit Besichtigung der Tissaer Wände, einer
imposanten Felsformation, sowie Besuche der Semperoper, der Kunsthöfe in der Dresdner Neustadt sowie
des grünen Gewölbes im Residenzschloß erwähnt.

Bei einem sächsischen Abend im RAMADA-Hotel gab sich August derStarke höchstpersönlich die Ehre. Er
ernannte Frau Dr. Schmidt, die das gesamte touristische Rahmenprogramm gestaltet hatte, zur „Baronin Helga
von Schmidt“. In seiner launischen Plauderei mit uns Spielern hielt er mit seinen herausragenden Leistungen
(angeblich 354 Nachkommen) nicht hinter dem Berg, die jedoch etwa einen Meter tiefer angesiedelt waren.

Nun aber zum eigentlichen Zweck unserer Reise, nämlich das Schachspielen um nicht weniger als die Deutsche
Einzelmeisterschaft der Senioren und Seniorinnen und der Nestoren. In Gruppe A waren 274 Damen und Herren
am Start, in Gruppe B (TWZ 1800 abwärts) nahmen 122 Spieler und Spielerinnen teil. Von uns Hessen spielten
20 in Gruppe A und 13 in Gruppe B.

Am erfolgreichsten in Gruppe A spielten Dr. Reinhard Zunker und Ferdinand Niebling; sie waren meist an den
vorderen Brettern platziert und erreichten schließlich mit je 6,5 (aus 9 Partien) die Plätze 19 und 20, gerade mal
einen halben Punkt hinter dem Deutschen Meister. Mitfavorit Franz Stimpel hatte leider gesundheitliche Probleme und erreichte mit 5,5 Punkten „nur“ Platz 58. Wolfgang Kripp, der amtierende Deutsche Nestoren-
meister war nach Dresden gekommen, um seinen Titel zu verteidigen. Dies gelang ihm nur fast! Zu Turnier-
beginn machte er zu viele Remisen, aber dank eines starken Endspurts durfte er sich über den Titel „Deutscher
Nestoren-Vizemeister“ freuen (hinter Bernhard Bierwisch aus Aachen). Dazu reichten 5,5 Punkte und Platz 57.
Der amtierende Hessenmeister Jürgen Claus kämpfte unglücklich und erreichte mit 4 Punkten nur Platz 174.
Die weiteren Platzierungen sind aus der Abschlußtabelle und aus dem Internet ersichtlich.

Deutscher Meister wurde der Favorit, Großmeister Wolfgang Uhlmann aus Dresden, der ebenso wie 6 andere
Spieler 7 Punkte erreichte. FM Jefim Rotstein hatte als Turniersieger die etwas bessere Buchholzwertung, ist
aber kein Deutscher Staatsbürger.

Nicht unerwähnt soll es bleiben, daß im B-Turnier Prof. Hans Schassan aus Wiesbaden mit 6,5 Punkten Platz 5
erreichte. Wolfram Mierendorf und Oswald Smits erspielten sich mit je 6 Punkten die Plätze 12 und 16.

Es war sehr schön in Dresden – trotz der Gluthitze -, nur der Spielsaal hatte eine Klimaanlage. Einige von und
freuen sich schon auf den Februar 2007, wo am gleichen Ort die Europäische Senioren-Mannschafts-Meisterschaft stattfindet

 

 

Ferdinand Niebling